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Quietschende Bremsen und wie man sie vermeiden kann

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Identifizieren Sie Ihren Geräuschtyp

 

Bremsgeräusche von Autos sind seit jeher ein Thema für ambitionierte Fahrer weltweit. Durch die Zunahme wesentlich geräuscharmer Verbrennungs-, Elektro- und Hybridfahrzeuge sind die Anforderungen an die Geräuschkulisse höher denn je, da die üblichen Bremsbelagsgeräusche stärker in den Vordergrund treten. Ob die Bremsbeläge an Ihrem Fahrzeug ausgetauscht werden müssen, hängt von der Art des Geräuschs ab, das Sie wahrnehmen.

Wenn es sich um niederfrequente Schwingungen oder ein Bremsrubbeln handelt, stammt dies oftmals von Makro-Schwingungen einer Komponente des Bremssystems wie der Bremsscheibe. Ein mittleres Quietschen mit einer Frequenz zwischen 300 und 5.000 Hz bedeutet, dass es sich wahrscheinlich um Mikroschwingungen im Bremssattelkolben oder in einem anderen Teil des Fahrzeugbereichs handelt. In diesem Artikel befassen wir uns indes eingehend mit dem hohen Ton, den Fachleute als Quietschen bezeichnen.

Quietschende Bremsen
1x1 der Geräusche 

 

Ein Quietschen ist ein Bremsgeräusch mit einer Frequenz über 5 kHz. Es gibt mehrere mögliche Ursachen für Quietschgeräusche, aber die Hauptursache ist wahrscheinlich eine molekulare Schwingung innerhalb der Reibmaterialien während des Drückens an die Bremsscheibe. Bei modernen Bremssystemen befindet sich eine gusseiserne Scheibe zwischen zwei mit Reibmaterial versehenen Bremsbelägen. Unter bestimmten Bedingungen, in denen die Scheibe, die Beläge und der Bremssattel montiert sind, können sie anfangen zu vibrieren, genau so wie die Saite einer Geige vibriert, wenn sie von den Rosshaaren am Bogen gestrichen wird. Sind diese sogenannten hochfrequenten Schwingungen für den täglichen Fahrbetrieb gefährlich? Nein. Sie bilden jedoch ein ernsthaftes automobiltechnisches Ärgernis bei den Autoliebhabern weltweit.

Eine perfekte Anpassung zwischen Belag und Scheibenoberfläche entsteht nicht erst, wenn Sie neue Beläge montieren. Das korrekte Einfahren von Belag und Scheibe vor dem Einsatz ist der beste Weg, um unerwünschte Geräusche beim Bremsen zu vermeiden. Dieser Einfahrprozess kann in der Werkstatt begonnen werden, sollte aber auch vom Endnutzer, dem Fahrer selbst, fortgesetzt werden. Beginnen wir mit ein paar Einfahrtipps für den Monteur.

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Was in der Werkstatt zu tun ist
 

Durch verschiedene Stopps (in der Regel ca. 20 bis 30 Bremsungen von 50 km/h auf 0 km/h) beginnen Belag und Scheibe einen Polierprozess, bevor der Kunde sein Fahrzeug abholt. Es ist wichtig, dass während der ersten 10 Stopps die Temperatur von 200°C nicht überschritten wird. Zwischen dem zehnten und dem zwanzigsten Stopp steigt die Temperaturgrenze auf 300°C. Und ab dem 20. Stopp muss ein Monteur sicherstellen, dass die Temperatur unter 350°C bleibt, um alle Bremsteile korrekt einzufahren. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie neu beschichtete Bremsscheiben haben.

Warum ist es wichtig, Überhitzung zu vermeiden? Wenn Bremsbeläge im Neuzustand überhitzen, kann sich aufgrund der Materialien, aus denen sie gefertigt sind, ihre Grundstruktur dauerhaft verändern. Bis die Bremsen vollständig eingefahren sind, sollten Autofahrer daher starkes Bremsen vermeiden, da dieser intensive Prozess zu hohen Temperaturen führt. Dazu gehören das Bremsen mit hoher Geschwindigkeit, Ziehen schwerer Lasten oder Fahren in steilem Gelände.
 

Wie man dem Fahrer das Einfahren erklärt
 

Den Fahrern sollten Sie empfehlen, bis zu den ersten 350 Kilometern jedes Mal, wenn die Bremsbeläge die Scheiben berühren, sanft und häufig zu bremsen. Jeder Stopp vergrößert die Kontaktfläche zwischen beiden. Dies führt direkt langfristig zu einer besseren Bremsleistung. Erinnern Sie also Ihre Kunden daran, nach der Montage der Bremsbeläge leicht und häufig zu bremsen.

 

korrekter Bremsbelag
und Einbau des Bremssattels

 

Vorsorge ist immer besser als Nachsorge, und der einfachste Weg, um problematische Bremsgeräusche wie Bremsrubbeln, Quietschen oder Kreischen zu vermeiden, ist, Bremsbeläge und Bremssattel von Anfang an richtig zu montieren. Wir haben nachstehend einige praktische Tipps aufgelistet, die Ihnen zeigen, wie Sie eine erfolgreiche Bremsenmontage durchführen können.

Wenn Sie diese Tipps befolgen, können Sie unerwünschte Schwingungsgeräusche vermeiden und dem Fahrer eine ruhige und angenehme Fahrt ermöglichen. Wichtiger Hinweis: Führen Sie vor der Rückgabe des Fahrzeugs stets einen Probefahrt durch um die uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit des Bremssystems zu überprüfen. Informieren Sie den Fahrzeughalter über die korrekte Einfahrprozedur wie oben erläutert, um eine einwandfreie Bremsleistung zu gewährleisten.

1. Nehmen Sie alle Bremssattelführungen und -stifte auseinander und reinigen Sie sie
2. Verwenden Sie Schmirgelpapier an den Widerlagern von Bremssattel und Belag nur bei starkem Rost oder Verunreinigungen. Hinweis: Wenn der Bremssattel nicht leicht gleitet, kann dies zu abgeschrägten Belägen oder ungleichmäßigem Verschleiß in der Achse führen. Dadurch entsteht ein Quietschen oder Rubbeln.
3. Beachten Sie zudem, dass die Stifte die richtige Schmierung haben müssen, um eine freie Bewegung zu gewährleisten. Bei richtiger Schmierung kann sich der Stift nicht im Bremssattelkörper festfressen. Den Zustand der Führungs- und Staubmanschetten kontrollieren – sie müssen Wassereintritt zuverlässig verhindern. Hinweis: Wenn die Stifte nicht geschmiert sind, können sie sich festfressen. Dies führt zum Schrägverschleiß und Geräuschproblemen.
4. Achten Sie auf freie Kolbenbewegung und ziehen Sie den Kolben vollständig zurück. Dies ist von wesentlicher Bedeutung, um eine Beschädigung der Ausgleichsscheibe oder der Gummischicht zu vermeiden.
5. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Bremsbeläge leicht in die Bremssattelhalterungen passen.
6. Beseitigen Sie bei Bedarf Grate an den Bremsbelagkanten. Hinweis: Wenn sich die Beläge nicht frei in den Halterungen bewegen, kommt es ständig zu leichtem Kontakt mit den Scheiben, was zu Quietschen sowie zu abgeschrägten Belägen oder ungleichmäßigem Verschleiß führt.
7. In bestimmten Fällen ist es empfehlenswert, die Kontaktstellen zwischen der hinteren Metallplatte und den Schiebern leicht mit synthetischem Fett zu schmieren. Stellen Sie sicher, dass Sie kein Kupferfett verwenden. Hinweis: Vergewissern Sie sich, dass kein Fett mit dem Reibmaterial in Berührung kommt.
8. Setzen Sie Verschleißindikatoren in oder auf die Bremsbeläge. Schrauben Sie die Befestigungsschrauben des Bremssattels ein und ersetzen Sie die Gewindesicherungsschrauben durch neue.
9. Befolgen Sie die Empfehlungen für das richtige Anzugsdrehmoment und die richtige Reihenfolge. Pumpen Sie bei wieder montiertem Bremssattel das Bremspedal, bis der Hub etwa ein Drittel der vollen Hubmöglichkeit beträgt. Überprüfen Sie, ob die Bremsen korrekt funktionieren, einschließlich Zurückziehen der Bremsklötze. Montieren Sie das Rad wieder und prüfen Sie, ob es sich frei drehen lässt. Bei freier Drehung ist das Fahrzeug wieder fahrtüchtig.

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