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Montageanleitung: laufrichtungsgebundene Bremsbeläge

Laufrichtungsgebundene Bremsbeläge sind relativ neu am Markt. Diese Beläge wurden von Fahrzeugherstellern entwickelt, um Bremsgeräusche, Vibrationen und Rauigkeit (NVH) beim Bremsen zu kontrollieren und zu reduzieren. Die asymmetrische Konstruktion der laufrichtungsgebundenen Bremsbeläge bedeutet, dass der Bremsbelag die Bremsscheibe in einem bestimmten Winkel kontaktiert.

Der Winkel wird entweder durch eine Fase oder einen bogenförmigen Ausschnitt erzeugt. Beide Methoden bewirken, dass das Bremssystem bei gleicher Leistung geräuschärmer als ein herkömmlicher Belag ist. Erfahren Sie mehr über laufrichtungsgebundene Bremsbeläge:

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Wie unterscheiden sich Bremsbeläge mit Fase und solche mit einem bogenförmigen Ausschnitt?

Laufrichtungsgebundene Bremsbeläge mit Fase

Die Fase in solchen laufrichtungsgebundenen Bremsbelägen bildet eine Übergangsfläche zwischen zwei scharfen Kanten auf der Reibfläche. Sie verhindert, dass die auflaufende Kante des Bremsbelags von der Bremsscheibe abgehoben wird, sorgt für gleichmäßigen Belagverschleiß und reduziert Bremsgeräusche.

Beim Einbau von laufrichtungsgebundenen Bremsbelägen mit Fase müssen die Pfeile auf den Belägen beachtet werden. Falls keine Pfeile und nur eine Fase vorhanden sind, wird der Bremsbelag so eingebaut, dass die Fase die auflaufende Kante ist, an der der Belag die Bremsscheibe zuerst kontaktiert.

Laufrichtungsgebundene Bremsbeläge mit bogenförmigem Ausschnitt

Bei dieser Art von laufrichtungsgebundenen Bremsbelägen ist das Shim auf der Trägerplatte mit einem bogenförmigen Ausschnitt versehen. Das Shim ist ein auf der Rückseite des Bremsbelags montierter Schwingungstilger. Es reduziert und dämpft Schwingungen im Bremsbelag, agiert als Wärmesperre und sorgt somit für gleichmäßige Temperaturen über den gesamten Belag, um eine konstante Bremsleistung zu erzielen. Dank dieses Ausschnitts kann der Kolben den Bremsbelag in einem erwünschten Winkel andrücken. Dies reduziert Bremsgeräusche und ermöglicht einen gleichmäßigen Belagverschleiß.

Beim Einbau von laufrichtungsgebundenen Bremsbelägen mit bogenförmigem Ausschnitt müssen die Pfeile auf den Belägen beachtet werden. Wenn keine Pfeile vorhanden sind, wird der Belag so eingebaut, dass sich der bogenförmige Ausschnitt an der auflaufenden Kante des Belags befindet und horizontal über die Bremsscheibe verläuft. Wenn der Belag in umgekehrter Richtung eingebaut wird, verursacht dies laute Quietschgeräusche beim Bremsen.

Einbau von laufrichtungsgebundenen Bremsen

 

Sie haben ein Problem mit der Bremse festgestellt oder möchten die Bremsleistung verbessern? Dann ist es an der Zeit, die Bremsbeläge zu wechseln. Aber wissen Sie auch, was Sie dafür brauchen und wie Sie vorgehen sollen?

1. Alles Nötige zusammenstellen

Bevor Sie beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle für die Arbeit erforderlichen Werkzeuge, Ersatzteile und Materialien griffbereit haben.
Sie brauchen:

Werkzeuge:

  • 4-in-1-Schraubendreher
  • Schraubzwingen
  • Akkubohrmaschine
  • Putzlappen
  • Steckschlüssel-/Rätschensatz
  • Drahtbürste

Ersatzteile:

  • Laufrichtungsgebundene Bremsbeläge
  • Bremsscheiben
  • Klapperschutz-Clips

Materialien:

  • 6,25 mm Vinylschlauch
  • Sprühreiniger für Bremsen
  • Gewindekleber „Threadlocker“ blau und rot
  • Glasgefäß
  • Bindedraht
  • Nickel-Gleitmittel
  • Polierscheiben
  • Synthetisches Hochtemperaturfett
  • Rostlöserspray

2. Rad abbauen

Es ist immer vorteilhaft, nur gleichzeitig an einer Seite zu arbeiten. So erhalten Sie einen guten Überblick der genauen Montagestellen aller Klammern, Federn und anderer Komponenten.

Zunächst müssen die Radmuttern gelöst werden, wenn der Reifen auf dem Boden steht. Heben Sie anschließend eine Seite des Fahrzeugs an. Für zusätzliche Sicherheit stellen Sie einen Wagenheber unter den Motor. Bauen Sie das Rad vollständig aus.

3. Bremssattel ausbauen

Lösen Sie die Haltebolzen und die Entlüftungsschraube am Bremssattel. Drehen Sie die Entlüftungsschreibe wieder leicht ein.

Heben Sie den Bremssattel von der Bremsscheibe ab und setzen Sie ihn auf die Bremssattelhalterung.

4. Kolben eindrücken

Schließen Sie ein Ende des Ablaufschlauchs an die Entlüftungsschraube an und stecken Sie das andere Schlauchende in ein Glasgefäß. Öffnen Sie die Entlüftungsschraube und drücken Sie den Bremssattelkolben in die Bohrung zurück, so dass Flüssigkeit austreten kann. Anschließend ziehen Sie die Entlüftungsschraube wieder fest und nehmen den Ablaufschlauch ab. Sichern Sie den Bremssattel mit Bindedraht an der Feder oder Strebe, damit er Sie bei der Arbeit an der Bremse nicht behindert.

Entfernen Sie die Bremssattelhalterung. Achten Sie dabei darauf, ob die Bremssattelhaltebolzen mit rotem oder blauem Gewindekleber beschichtet sind, denn Sie müssen die Gewinde beim erneuten Einbau wieder mit dem gleichen Klebertyp beschichten.

5. Bremsscheibe ausbauen

Entfernen Sie die Sicherungsschraube der Bremsscheibe. Da dies oft schwierig ist, besprühen Sie die Schraube vor dem Ausbauen mit Rostlöserspray und lassen Sie diesen mindestens 15 Minuten einwirken. Nachdem Sie die Schraube ausgebaut haben, ziehen Sie die Bremsscheibe von der Nabe ab.

6. Reinigung ist wichtig!

Unsachgemäße Reinigungs- oder Montageverfahren sind direkte Ursachen für häufig auftretende Bremsprobleme, u. a. Bremsgeräusche und Schwingungen. Sachgemäße Reinigung und Montage bedeutet:

  • Bremssattelhalterung vollständig von Rost befreien;
  • Die Bremssattelhaltebolzen mit Bremsen-Sprühreiniger reinigen und auf Korrosion prüfen (austauschen, falls korrodiert);
  • Klapperschutz-Clips und alle anderen verschlissenen Bremsenkomponenten austauschen;
  • Bolzen schmieren und neue Staubmanschetten einbauen;
  • Radnabe vollständig von Rost und Rückständen befreien. Dies geht einfacher mit einer Polierscheibe an der Bohrmaschine;
  • Neue Bremsscheiben reinigen und zur Vorbeugung mit Bremsen-Sprühreiniger besprühen. Es empfiehlt sich, die Scheiben mit einer harten Bürste in heißem Seifenwasser zu reinigen und vollständig trocknen zu lassen.

7. Erneuter Zusammenbau

Jetzt können Sie Ihre Bremse wieder zusammenbauen. Schieben Sie die Bremsscheibe auf die Nabe und richten Sie die Sicherungsschraubenbohrung der Bremsscheibe mit der Gewindebohrung in der Nabe aus. Ziehen Sie die Schraube fest (Anzugsmomente im Fahrerhandbuch nachschlagen), tragen Sie den korrekten Gewindekleber auf die Bremssattelhalterungsbolzen auf und bauen Sie die Bremssattelhalterung wieder ein.

Tragen Sie eine dünne Schicht Bremsenfett auf die Schwingungstilger (Shims) auf, schieben Sie sie hinein (Einzelheiten zu Bremsbelägen mit Fase oder bogenförmigem Ausschnitt siehe oben) und bauen Sie die Federn ein. Bauen Sie den Bremssattel wieder ein.

8. Abschließende Arbeiten

Zum Abschluss der Montage senken Sie das Fahrzeug ab, bis der Reifen gerade eben den Boden berührt. Stellen Sie Ihren Drehmomentschlüssel auf den halben Wert des vorgeschriebenen Drehmoments (siehe Fahrerhandbuch) ein und ziehen Sie die Radmuttern in Sternform an. Stellen Sie den Drehmomentschlüssel auf das volle Drehmoment ein und ziehen Sie die Radmuttern in der gleichen Sternform fest. Senken Sie das Fahrzeug vollständig ab und entfernen Sie den Wagenheber.

Wiederholen Sie den Vorgang nun mit der anderen Bremse an der gleichen Achse. Es wird empfohlen, die Bremsbeläge für die Räder an der gleichen Achse stets gleichzeitig zu wechseln.

Eine Probefahrt ist ebenfalls wichtig. Drücken Sie bei abgestelltem Motor mehrmals das Bremspedal, bis es sich fest anfühlt. Machen Sie dann bei langsamer Geschwindigkeit eine Probefahrt, um die ordnungsgemäße Funktion der Bremsbeläge zu prüfen. Prüfen Sie abschließend in Ihrem Fahrerhandbuch, ob für Ihr/e Fahrzeugmarke und -modell bestimmte Verfahren zum Einfahren der neuen Beläge erforderlich sind.

Laufrichtungsgebundene Bremsbeläge von Ferodo

Um mehr über den Einbau von laufrichtungsgebundenen Bremsbelägen zu erfahren, laden Sie die Ferodo-Montageanleitung für laufrichtungsgebundene Bremsbeläge herunter.

 

Der Inhalt dieses Artikels dient ausschließlich der Unterhaltung und Information und ersetzt nicht eine sachkundige Beratung durch einen zertifizierten Monteur oder Mechaniker. Wir möchten Sie auffordern, Rücksprache mit einem zertifizierten Monteur oder Mechaniker zu nehmen, wenn Sie bestimmte Fragen oder Rückfragen im Zusammenhang mit den hier behandelten Themen haben. Wir haften unter keinen Umständen für Verluste oder Schäden infolge der Tatsache, dass Sie sich auf den hier angebotenen Inhalt verlassen haben.

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